SAAS – Technologieblase oder Ultima Ratio?
Eine kritische Betrachtung einer Entwicklung, die die gesamte Softwarewelt auf den Kopf gestellt hat.

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Erinnern Sie sich? Es war so um die Jahrtausendwende und ASP-Lösungen begannen in Europa Fuß zu fassen. So wirklich geworden ist nie was daraus – zu groß die Skepsis Unternehmensinformationen außerhalb des eigenen Unternehmens zu speichern, zu teuer und / oder zu langsam die damaligen Internetverbindungen, zu unklare Preisgestaltung, etc. Alles Schnee von gestern – „die Cloud“, legitimer Nachfolger des ASP-Modells hat ihren Siegeszug angetreten und es macht den Eindruck, dass nichts diesen Erfolgslauf bremsen kann. Im Gegenteil, „on premise“ verliert kontinuierlich an Marktanteilen, die Zahl der Anwendungen in unterschiedlichsten Bereichen steigt und steigt, ein Siegeszug den offensichtlich aktuell keine andere Technologie aufhalten kann.

Warum ist das eigentlich so? Sind die Vorteile tatsächlich so überzeugend, dass traditionelle Modelle de facto chancenlos sind? Dieser Frage wollen wir in unserem heutigen Blog nachgehen.

Bevor wir beginnen, müssen wir kurz darauf eingehen, welche grundsätzlich unterschiedlichen Architekturen in der SAAS Welt anzutreffen sind und wie sie sich im Wesentlichen unterscheiden.

Im ersten Architekturmodell, nennen wir es der Einfachheit halber „Shared Resources Model oder SRM“ nutzen alle Kunden eine oder mehrere Applikationen(en) und eine oder mehrere Datenbank(en) gemeinsam. Die Anwendungen unterscheiden aufgrund der Logins zu welchem Kunden ein Benutzer gehört, die Zuordnung erfolgt in der Datenbank über die zugeordneten spezifischen Kundenattribute.

Im zweiten Architekturmodell 2, ich nenne es „Dedicated Resources Model oder DRM“ erhält jeder Kunde eine eigene Applikation eine eigene Datenbank – eine gesamte IT-Service Management (ITSM) Struktur.

Diese beiden Modelle (mögliche Mischmodelle lassen wir in unserer Betrachtung mal außen vor) ziehen ganz unterschiedliche Vor- und Nachteile nach sich.

Beginnen wir mal mit dem SRM, dem vielleicht gebräuchlichsten Modell, das derzeit am Markt angeboten wird. Größter Vorteil für SAAS Betreiber und Klienten: gemeinsame geteilte Ressourcen senken die Kosten durch einfachere Entwicklung, da Release-Updates nur in einem einzigen Programm eingespielt werden müssen (Backups, Ausfallrechenzentren, weitere Rechenzentren zur Lastverteilung u.ä. vernachlässigen wir mal, Sie wissen wie es gemeint ist), auftretende Fehler nur einmal beseitigt und im Betrieb nur eine Applikation und eine Datenbank installiert, überwacht, gewartet und gesichert werden muss. Last but not least – es vereinfacht den Support enorm – dieser muss sich nämlich immer nur mit der aktuellen Produktversion auskennen, nämlich die aktuelle. Angesichts von Supportdesaster, die wir vermutlich schon alle erlebt haben, ein durchaus schlagkräftiges Pro-Argument.

Die Nachteile des SRM Modells – vielfältig – dazu jedoch mehr in unserem nächsten Blog.

Danke, dass Sie auch diesmal wieder dabei waren.

Bis zum nächsten Mal – Thomas.kolm@ttp-mbd.at