Unternehmen oder Anteile optimal verkaufen – die professionelle Vorbereitung zählt!
Heute: Optimierung der vertraglichen Beziehungen

In den letzten beiden Artikeln zu dieser Serie haben wir uns mit der Schaffung von schärferen Konturen im Bereich der Strategie und des Geschäftsmodells sowie mit der Wahrnehmung des Unternehmens und der wesentlichen handelnden Personen am Markt beschäftigt.

Zu Letzterem kam übrigens ein interessantes Feedback aus unserem Kundenkreis. Ein Klient, den wir seit kurzem betreuen, schrieb mir: „Wir haben mit den wichtigsten Mitarbeitern unseres Unternehmens am Rande einer Klausur Ihren Ratschlag in die Tat umgesetzt und gemeinsam alle der Reihe nach gegoogelt. Abgesehen davon, dass wir viel Spaß hatten mit den Ergebnissen, war das Erstaunen und die Erkenntnis bei vielen sehr groß, was da alles aus den diversen Ecken des digitalen Universums zusammengetragen wurde. Danke nochmals für den Tipp.“ Ich kann mir gut vorstellen, dass das bei vielen zum Erstaunen führt, was da so alles aus der digitalen Welt ans Tageslicht befördert wird, hoffentlich ohne jegliche peinliche Erkenntnisse.

So aber jetzt zu unserem heutigen Thema im Rahmen der Vorbereitung auf einen Unternehmens- oder Anteilsverkauf, nämlich die Optimierung der vertraglichen Beziehungen in jede Richtung.

Nicht bei allen, aber doch den meisten Unternehmen, werden die jeweiligen wertbringenden Assets durch Verträge abgesichert sein. Seien dies, um ein paar Beispiele zu nennen, Verträge mit Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern, Vertriebspartnern, Banken und anderen Finanzierungspartnern, Softwarelizenzen, Wartungsverträge, sonstige Dienstleistungsverträge etc., etc. Die Anzahl dieser diversen Verträge ist auch in kleineren Unternehmen durchaus umfangreich.

Hand aufs Herz: haben Sie alle Ihre wesentlichen Verträge zentral abgelegt und die wesentlichen Vertragsinhalte (Laufzeit, Kündigung, …) so dokumentiert, dass Sie sich jederzeit einen Überblick verschaffen können?

Unabhängig davon, ob Sie sich auf einen Unternehmens- oder Anteilsverkauf vorbereiten, sollten Sie obigem Ratschlag folgen, um nicht ungewollt Fristen, Verlängerungsoptionen, teure Preissprünge oder ähnliches zu verpassen. Umso mehr jedoch ist das ein Thema, wenn man einen Unternehmens- oder Anteilsverkauf plant. Warum? Weil es um Optimierung bestehender Vertragsbeziehungen unter diesem genannten Verkaufsaspekt geht.
Ein paar Beispiele. Ich würde zum Beispiel versuchen den Vertrag mit den wichtigsten Kunden des Unternehmens über einen möglichst langen Zeitraum zu verlängern, weil langfristige Kundenverträge ein klarer Werttreiber sind. Ich würde versuchen die wichtigsten MitarbeiterInnen des Unternehmens mit (für beide Seiten) optimierten Verträgen an das Unternehmen zu binden, denn gerade die wichtigsten Mitarbeiter stellen einen wesentlichen Faktor dar. Ich würde prüfen, ob in den Verträgen Change of Control-Klauseln enthalten sind, die eine Neuverhandlung im Falle eines Verkaufes erforderlich machen oder zum Beispiel Zustimmungsrechte des Vertragspartners erfordern. Ich denke, dass jeder in seinem spezifischen unternehmerischen Umfeld weiß, wo hier die kritischen Verträge angesiedelt sind.

So frühzeitig wie möglich damit zu beginnen ist essentiell – Verträge kann man in der Regel nicht von heute auf morgen verändern – und wenn die rechtliche Due Diligence bevorsteht, ist es zu spät sich darüber Gedanken zu machen.
Ich hoffe dieser Artikel konnte Ihnen einen kleinen Input für den beruflichen Alltag geben und ich freue mich auf das nächste Mal. Thomas.Kolm@ttp-mbd.at