Unternehmen oder Anteile optimal verkaufen – die professionelle Vorbereitung zählt!
Heute: Controlling & Benchmarks

Mittlerweile sind wir schon beim 5. Teil unserer Serie angekommen. Falls Sie einen Artikel dieser Serie verpasst haben und diesen nachlesen möchten – hier finden Sie alle bisher erschienen Beiträge.

Heute wollen wir uns mit Controlling-Themen wie Forecast & Budgetierung, Soll-Ist-Vergleich und Unternehmenskennzahlen auseinandersetzen.

Gerne werden diese Themen im KMU-Bereich ja vernachlässigt. Budgets werden in der Regel ja noch gemacht, aber kurz- und mittelfristige Forecasts, darauf basierende Soll-Ist-Vergleiche, professionelle Liquiditätsplanungen oder gar Kennzahlensysteme? Nun ja, breiten wir den gnädigen Mantel des Schweigens darüber. Zu einem professionellen Erscheinungsbild, das einen zukünftigen Investor oder Unternehmenskäufer beeindrucken soll, gehört nun mal, dass man diese Themen im Griff hat. Es ist einfach ein Zeichen von Professionalität diese Informationen (fast) auf Knopfdruck zur Verfügung zu haben und nicht bei Bedarf rasch zusammenbasteln zu müssen. Wobei es nur sekundär darum geht einen potentiellen Käufer oder einen aktuellen Finanzierungspartner z.B. die Hausbank, mit Kennzahlenwerken zu beeindrucken. Der große Nutzen dieser Steuerungsinstrumentarien liegt natürlich in der konkreten Auswirkung auf das eigene Unternehmen und dessen daily business. Betriebswirtschaftlich relevante Kennzahlen und KPIs, insbesondere wenn sie mit belastungsfähigen Benchmarks in Relation gesetzt werden können, stellen einen hervorragenden Steuerungsmechanismus für das eigene Unternehmen dar. Darum sind sie ja bei Investoren so beliebt, da sie eine sehr schnelle Einschätzung, wie denn das Unternehmen im Branchenvergleich liegt, zulassen.

Stellt sich die Frage, welche Kennzahlen denn wichtig sind. Das lässt sich leider nicht generell beantworten, denn die Relevanz von Kennzahlen ist bis zu einem gewissen Grad von der Branche abhängig in dem das Unternehmen tätig ist.

Die, nennen wir sie mal „Basisausstattung“, sind Kennzahlen wie zum Beispiel Eigenkapitalquote, Eigenkapitalrentabilität, Cash-Flow, Anlagendeckungsgrad, Rohertrag, Forderungslaufzeit, Umsatzrentabilität, Verschuldungsgrad, Working Capital, ROI, Grad der Liquidität und viele ähnliche. Investoren werden sich darüber hinaus Kennzahlen wie die Gesamtkapitalrentabilität, return on capital employed (ROCE), economic value added (EVA), weighted Average cost of capital (WACC) und ähnliche ansehen. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von z.B. marktorientierten Kennzahlen, die perfekt die Verankerung des Unternehmens im Markt und bei den Kunden widerspiegeln: z.B. der relative Marktanteil, die Kundenprofitabilität, die Kundenbindungsrate (customer retention rate), net promoter score (NPS) – und ein wesentlicher Effizienzindikator – die conversion rate.

Um den Rahmen dieses Artikels nicht zu sprengen, habe ich auf die Erklärung der Inhalte und wie man sie berechnet nicht erläutert. Fachliteratur dazu gibt es genügend und die meisten ERP Systeme am Markt bieten die Berechnung der Kennzahlen bereits im Rahmen der Formelbibliothek oder des internen Reportings an. Es ist also ziemlich einfach, ein aussagekräftiges Kennzahlensystem aufzubauen.

Darüber hinaus gibt es – wie schon gesagt – Kennzahlen, die stark auf eine bestimmte Branche oder bestimmte Unternehmenssegmente abstellen und die man sinnvollerweise der Systematik beifügt.

Und ein letzter Tipp – wenn man plant Investoren im internationalen Umfeld zu suchen, macht es Sinn, sich von vorneherein an internationalen Standards zu orientieren und die Kennzahlen nach solchen zu bezeichnen und zu berechnen. Im Fall der Fälle tun sich dann alle Beteiligten leichter.

Ich hoffe dieser Beitrag hat wieder einen kleinen Beitrag geleistet, Ihr Unternehmen besser für ein Investment zu positionieren und danke für Ihre Zeit. Thomas.Kolm@ttp-mbd.at